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Dienstag, den 18. Dezember 2018 13:00

Sportjahr 2019


v.l.: Rainer Kepplinger, Rudern, Verena Preiner, Leichtathletik/Mehrkampf, Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner, Sabrina Filzmoser, Judo, Julian Schöberl, Rudern.

LR Achleitner präsentiert Ausblick & Schwerpunkte

Das Sportjahr 2018 geht ins Finale – und endet sportlich: Mit dem erneut top besetzten, traditionellen Internationalen Silvesterlauf in Peuerbach wird am 31. Dezember ein starker Schlusspunkt hinter ein tolles Sportjahr gesetzt. Herausragende sportliche Erfolge wie die drei Tischtennis-EM-Medaillen der Sportlerin des Jahres Sofia Polcanova oder die EM-Bronzemedaille im Diskus des Sportlers des Jahres Lukas Weißhaidinger. Großartige Leistungen der Talente wie zwei Mal Bronze von Judoka Daniel Leutgeb oder Gold im Klettern von Sandra Lettner bei den Youth Olympic Games. Neue Meilensteine in der Sportinfrastruktur wie die Eröffnung des neuen Olympiazentrums Oberösterreich und zahlreicher Sportstättenprojekte in ganz Oberösterreich. Eine Vielzahl regionaler, nationaler und internationaler Sportveranstaltungen. Aber erneut auch großartige Leistungen in den 2.500 Sportvereinen in ganz Oberösterreich und das beeindruckende ehrenamtliche Engagement von mehr als 200.000 Menschen im Sport in Oberösterreich.

Eine starke Bilanz. Und doch richtet sich dieser Tage der Fokus bereits wieder auf das neue Sportjahr 2019, das fulminant auf vier Rädern startet: Mit der Int. Lietz-Sport Jänner-Rallye von 3. bis 5. Jänner im Raum Freistadt im Mühlviertel sorgt ein Motorsport-Spektakel für einen perfekten Auftakt. Ein Sportjahr, dessen absoluter Höhepunkt mit der Ruder-Weltmeisterschaft in Ottensheim im August am Wasser stattfinden wird.

12,5 Millionen Euro für den Sport in Oberösterreich
12,5 Millionen Euro sind für das Sportressort im Jahr 2019 im Voranschlag des Landes OÖ budgetiert. Der Löwenanteil im Budget kommt auch im kommenden Jahr wieder der Infrastruktur und dem Sportstättenbau zu Gute. Mehr als 5 Millionen Euro werden in diesem Bereich investiert. Für 2019, 2020 und 2021 sind bereits wieder 87 Projekte geprüft und zugesagt, 76 Projekte sind derzeit im Sportressort in Beratung, Abstimmung und Prüfung. Weitere große Bereiche im
Budget 2019: Vereins- und Veranstaltungsförderung 2,5 Millionen Euro, Förderung Dach- und Fachverbände 2,1 Millionen Euro sowie Sportförderungen allgemein mit dem Olympiazentrum OÖ 1,8 Millionen Euro.


Sportstrategie Oberösterreich 2025 ist und bleibt Grundlage für den Sport
Mit der Sportstrategie Oberösterreich 2025 verfügt das Sportressort über eine nachhaltige, zukunftsorientierte Grundlage für den Sport in Oberösterreich. 35 Maßnahmenpakete mit 150 Einzelmaßnahmen in 8 Handlungsfeldern umfasst die Strategie. Mehr als 70 Maßnahmen sind bereits realisiert bzw. gestartet und in Umsetzung. 2019 wird der Startschuss für eine Reihe weiterer Maßnahmen gegeben.

Maßgeblich bei der Umsetzung sind fünf Gestaltungsprinzipien der Sportstrategie:
1. Vernetzen und beteiligen
2. Vereinfachen und deregulieren
3. Nachwuchsarbeit stärken & Trainerarbeit forcieren
4. Bewegungsoffensive im Breitensport und Qualitätsoffensive im Spitzensport
5. Internationalisierung

Neue rechtliche Grundlage für Sport in OÖ:
Novelle des Landes-Sportgesetzes mit Juli 2019
Mitte des Jahres 2019 soll die Novelle des Oö. Landes-Sportgesetzes in Kraft treten. Die Grundlagen wurden 2018 in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern/innen und Experten/innen von Landessportorganisation, Dach- und Fachverbänden, Landessportdirektion, Bezirkshauptmannschaften sowie Verfassungsdienst des Landes Oberösterreich ausgearbeitet, abgestimmt, und vom Landessportrat im September 2018 einstimmig beschlossen.
Zurzeit liegt der Fachentwurf zur Prüfung und Finalisierung im Verfassungsdienst des Landes auf. In der zweiten Jännerhälfte wird mit den Sportsprechern der vier Landtagsparteien der Fachentwurf diskutiert und besprochen, um schließlich den nötigen Fristenlauf – Begutachtung, Ausschüsse, Landtag – im Frühjahr zu durchlaufen. Noch vor dem Sommer – voraussichtlich bei der Landtagssitzung am 4. Juli – soll dann die Novelle des Landes-Sportgesetzes beschlossen werden und unmittelbar danach in Kraft treten.

Ziel und Kernbereiche der Novelle des Landes-Sportgesetzes sind eine Stärkung der inhaltlichen Arbeit und Aufgaben der Dach- und Fachverbände in der Landessportorganisation einerseits, eine deutliche Deregulierung und Vereinfachung, Reduzierung von Gremien und klare, direkte Strukturen im Sport in Oberösterreich andererseits.

Bereits im November wurde ein Abschnitt des Sportgesetzes – betreffend die Bereiche Schischulen, Berg- und Wanderführer, Canyoning, Berechtigungsscheine – in das Oö. Tourismusgesetz übertragen. Weitere wesentliche geplante Veränderungen im Sportgesetz 2019 bzw. in der Landessportorganisation (LSO) sind unter anderem:
*LSO bleibt Körperschaft öffentlichen Rechts, als Vertretung des organisierten Sports, und fokussiert sich auf Kernbereiche (inhaltliche Themen).
* Reduktion Gremien - 3 statt 6: Landessportrat, Fachrat, Gemeindesportreferenten
* Landessportrat künftig 7 statt 15 Mitglieder (LR, 3 DV, 3 FV)
* Stärkung Fachrat (Vertretung aller Fachverbände, inhaltliche Themen)
* Entfall der Bezirks- und Stadtsportausschüsse
* Entfall des Sport-Cents (neue Regelung über Verbände)


Vereinsförderung neu
Ehrenamt und Vereinsarbeit stärken:
Sportvereine sind die Basis für den Breitensport, Leistungs- und Spitzensport gleichermaßen und nehmen daher im Sportland Oberösterreich eine zentrale Rolle ein. Jede/r Vierte in Österreich – und nahezu jede Dritte in Oberösterreich - ist Mitglied in einem Sportverein, das zeigen die aktuellen Ergebnisse einer Befragung zur Sportvereinsmitgliedschaft der Bundessportorganisation (BSO) durch die Statistik Austria. Regelmäßig, d.h. mindestens einmal pro Woche nützen 62 % (1,3 Millionen Menschen) das Sportangebot im Verein. Besonders wichtig: Kinder und Jugendliche sind die stärksten Nutzer des Sportvereins. Die Altersgruppe 10 bis 16 Jahre hat mit 48 % den höchsten Anteil. Und: Sport nimmt in der Freiwilligenarbeit klar den 1. Platz ein, ein funktionierendes Vereinsleben wäre ohne freiwillig Tätige undenkbar.

„Ohne unsere Vereine, ohne so viele Ehrenamtliche würde der Sport in unserem Land nicht funktionieren. Diese zentrale Rolle wollen wir mit einer neuen Vereinsförderung weiter stärken: mit einem klaren Fokus auf Nachwuchs- und Jugendarbeit, Trainerarbeit und Stärkung des Ehrenamts“, kündigt Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner an, dass die Vereinsförderung 2019 neu aufgestellt werden wird.

Nach der Neustrukturierung der Dach- und Fachverbandsförderung im vergangenen Jahr wird 2019 das Jahr der Vereinsförderung neu. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Landessportdirektion wird ab Jänner – entsprechend der Sportstrategie Oberösterreich 2025 – neue, zukunftsorientierte Grundlagen und Eckpunkte für die Vereinsförderung ausarbeiten und soll diese bis Herbst vorlegen. Mit Jahresbeginn 2020 soll die Vereinsförderung neu in Kraft treten.
Landesrat Achleitner begrüßt in diesem Zusammenhang erste Überlegungen und geplante Maßnahmen für Vereine und Trainer/innen, aber auch den Sport generell, in der jüngst auf Bundesebene vorgestellten neuen „Sport Strategie Austria“ wie die steuerliche Entlastung von Sportvereinen, die Absetzbarkeit von Sport-Sponsoring oder zusätzliches Geld für den Sport aus dem Online-Wettbereich.

Innovationsmanager im Sport
Doppelpass zwischen Wirtschaft und Sport wird ausgebaut
Weiter ausgebaut wird 2019 die starke Kooperation von Sport und Wirtschaft. Schon jetzt unterstützen knapp 90 Unternehmen ganz maßgeblich im Verein „Start Up Sport“ zahlreiche oö. Sporttalente. Ziel ist es, weitere Unternehmen dafür zu gewinnen, junge Sportler/innen am Weg zur Spitze zu begleiten und sie zu unterstützen.

Neu wird 2019 eine – auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnliche – Maßnahme der Sportstrategie realisiert und nachhaltig im Sport verankert. Ein/e Innovationsmanager/in soll künftig die Schnittstelle zwischen Sport und Wirtschaft im technologischen Bereich darstellen. „Innovationen sind im Sport ebenso unabdingbar wie Internationalisierung. Innovationen sind oft das i-Tüpfelchen, um im Spitzensport erfolgreich sein zu können, um mit der Weltspitze mithalten zu können. Daher ist es naheliegend, dass wir in einem so starken Wirtschafts- und Industriebundesland hier noch stärker den Sport und unsere Unternehmen vernetzen, Problemstellungen miteinander diskutieren, bearbeiten und Innovationen schaffen“, betont Landesrat Achleitner. Aber nicht nur die Unternehmen, sondern auch Universität, Fachhochschule, HTL und viele mehr aus Wissenschaft und Forschung sollen hier als Partner mit ins Boot geholt werden.

Der Grundgedanke ist klar: Sportler/innen und Trainer/innen sehen sich vielfach technischen Herausforderungen und Problemstellungen gegenüber. Der Zugang zu Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ist aber vielfach (noch) nicht gegeben, möglich oder bedacht. Hier soll ein Innovationsmanager die Schnittstelle bestmöglich überbrücken: Problemstellungen im Sport aufnehmen, an Wirtschaft und Wissenschaft vermitteln, Netzwerke bilden – und nach neuen Technologien, Lösungen und Produkten suchen.

Ein bereits sehr gut funktionierendes Beispiel: Österreichs Rodler/innen wie Birgit Platzer brauchen optimale Kufen für ihre Schlitten, um bestmögliche Gleitfähigkeit zu haben. Das oö. Unternehmen Rübig „schleift“ diese mit besonderer Technologie zum Erfolg.

Neues Ernährungskonzept für das Olympiazentrum und die Top-Sportler/innen sowie Talente
Nach dem Umbau mit rund 9 Millionen Euro Investition und der Eröffnung des neuen Olympiazentrum Oberösterreich steht in den Kernaufgaben ein nächster Qualitätsschub bevor. Gemeinsam mit dem international anerkannten Ernährungswissenschafter Christian Putscher wird ab 2019 im Landessportzentrum und im Olympiazentrum Oberösterreich ein neues Ernährungskonzept erstellt und realisiert. Zudem soll der Gastronomiebereich neu aufgestellt werden. Sportgerechte Ernährung und gesunde Lebensmittel sind für Top-Leistungen nötig, Beratung und Betreuung in Fragen der Ernährung von Sportlern/innen und Trainern/innen soll eine wesentliche Rolle spielen.

Installierung eines inter-/nationalen Leichtathletik-Mehrkampf-Kompetenzzentrums
Das neue, permanente Kornspitz-Leichtathletik-Trainingszentrum, in dem nun auch der Kraftbereich noch ausgestattet wird, bietet den Leichtathleten/innen optimale Bedingungen. In Abstimmung mit dem Leichtathletikverband wird im Jänner 2019 ein Mehrkampf-Kompetenzzentrum installiert, das für die Sportler/innen und deren Trainer- und Betreuerteams einen weiteren Schub in Richtung Trainingsqualität, Infrastruktur und Kooperation bringen soll.

Mit Zdenek Lubensky aus Tschechien wird ein internationaler Top-Coach als Head dieses Mehrkampf-Kompetenzzentrum leiten und koordinieren. Hier wird er mit den bestehenden Top-Trainern um Landestrainer Wolfgang Adler, Philipp Unfried, Georg Werthner, Roland Werthner, Herwig Grünsteidl und weiteren Betreuern arbeiten. Spitzensportler/innen und Talente sollen in diesem Kompetenzzentrum entsprechend unterstützt werden bzw. hier trainieren können und sich austauschen und ergänzen: Von Ivona Dadic, Verena Preiner, Sarah Lagger, Karin Strametz oder Dominik Distelberger bis hin zu Leon Okafor, Lena Lackner, Sophie Kreiner, Romana Zeitlhofer und viele mehr.

Sanierung der Sporthalle im Landessportzentrum auf der Linzer Gugl
Das Landessportzentrum auf der Linzer Gugl ist Standort für die Landessportdirektion und das neue Olympiazentrum, das heuer im Juni eröffnet wurde. Als nächstes großes Bauprojekt sind nunmehr die Sanierung der Sporthalle und der Kabinen im Landessportzentrum sowie die Installierung einer Belüftung für 2019/2020 geplant. Rund 1,5 Millionen Euro sollen investiert werden.

Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit (TBuS) bleibt weiter besonderes Anliegen des Sportlandes OÖ
Die tägliche Bewegungs- und Sporteinheit (TBuS) bleibt für das Sportland Oberösterreich auch in Zukunft ein ganz besonderes Anliegen. „Wir müssen es nachhaltig schaffen, die tägliche Bewegungseinheit fix für unsere Kinder und Jugendlichen zu verankern. Ich appelliere an den Bund, an die dafür nötigen Ministerien, diese tägliche Bewegungseinheit wie im Regierungsprogramm vorgesehen fix allen Pflichtschulen zu verankern. Die Kosten dafür kommen mit Sicherheit woanders wieder zurück“, betont LR Achleitner, der diesbezüglich ebenso die Ankündigung von Sportminister Strache bei der Präsentation der Sport Strategie Austria, eine tägliche Bewegungseinheit zu schaffen, voll unterstützt.

Im März wird der Bund seine Überlegungen für das Übergangsjahr 2019/20 für die tägliche Bewegungs- und Sporteinheit vorlegen. Für die künftige Konzeption sollen die beiden Aktionen TBuS und KiGeBe (Kinder gesund bewegen) des Bundes zusammengelegt und unter neuem Namen angeboten werden. In Oberösterreich waren und sind die drei Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Union mit ihren Bewegungscoaches die starken Partner für die Umsetzung der täglichen Bewegungseinheit.
Das Sportland Oberösterreich wird aber auch 2019/20 mehrere Bewegungsinitiativen unterstützen und weiterführen. Insbesondere die ungemein positive und erfolgreiche Aktion „Wie fit bist du?“ mit sportmotorischen Testungen in den Volksschulen, wo mehr als 12.000 Kinder „getestet“ und gemeinsam mit Eltern und Pädagogen/innen zu mehr Bewegung motiviert und begeistert werden sollen.

Top-Veranstaltungen im Sportland:
Ruder-Weltmeisterschaft 2019 in OÖ als Höhepunkt
Vom Linz-Marathon über das Gugl-Indoor-Meeting, die Österreich-Radrundfahrt, Skispringen, das Upper Austria Ladies im Tennis oder das World-Tour Platinum Austrian Open im Tischtennis und viele mehr. Der oö. Sportkalender 2019 in Oberösterreich hat für die Sportfans erneut eine Vielzahl an Top-Ereignissen parat.

Der absolute Höhepunkt wird aber mit Sicherheit die Ruder-Weltmeisterschaft von 25. August bis 1. September in Ottensheim sein. Rund 1.400 Teilnehmer/innen aus 70 Nationen in mehr als 500 Booten werden 2019 bei dieser Sport-Großveranstaltung in Ottensheim erwartet und kämpfen um die begehrten Quotenplätze für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokyo.

Im Oktober 2017 wurde mit der Regattastrecke und dem dort ansässigen ‚Bundesleistungszentrum für Rudern und Kanu‘ eine weitere top-moderne Sportstätte im Sportland Oberösterreich eröffnet. In elf Monaten Bauzeit entstand ein neues Zentrum für die Wassersportler/innen.

 

Bild (Land OÖ/Daniel Kauder): v.l.: Rainer Kepplinger, Rudern, Verena Preiner, Leichtathletik/Mehrkampf, Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner, Sabrina Filzmoser, Judo, Julian Schöberl, Rudern.