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Dienstag, den 28. Mai 2019 07:00

Marathon-Schlacht ohne Happy End


Tischtennis Wels - Imagebild

Welser hadern mit Turnierorganisation | Auch Finale endet mit Misstönen und Ergebnisanfechtung

Am vergangenen Samstag standen sich im Halbfinale um den österreichischen Staatsmeistertitel in Salzburg der amtierende Meister Walter Wels und der heurige Grunddurchgangssieger die TTC Stockerau an der grünen Platte gegenüber. In einem der wohl längsten Bundesligaspiele nach dem neuen Modus gab es am Ende nach vier Stunden zu fast nachtschlafender Zeit, nämlich um 22:25 Uhr kein Happy End für die Messestädter.

Man hat zwar den heuer noch ungeschlagenen Stockerauern ein 3:3 Unentschieden abgerungen. Am Ende war dies aber nicht genug, da nach dem diesjährigen Ligamodus der im Übrigen fast jedes Jahr geändert wird, was Wels Boss Bernhard Humer als eher suboptimal bezeichnet, zu wenig war, da die Welser für den Finaleinzug einen Sieg benötigt hätten. Dass dieser bei ein wenig Glück auch möglich gewesen wäre, zeigt der Spielverlauf. In Spiel 1 wuchs der schon seit 12 Jahren für die Walter Mannen an der Platte stehende Dominique Plattner im Spiel gegen den ehemaligen Weltklasse-Verteidiger, den Austro Chinesen Chen Weixing über sich hinaus. Plattner hatte in Satz Vier sogar einen Matchball, den Chen mit Glück abwehrte. In Satz Fünf setzte sich die Routine des Niederösterreichers letztlich durch.

In den weiteren Spielen lief es zunächst sehr erfreulich für Wels. Adam Szudi bezwang zum ersten Mal in dieser Saison den Ukrainer Didukh mit 3:1, womit der Ausgleich hergestellt wurde. Der Slowene Deni Kozul hatte mit David Serdaroglu beim glatten 3:0 Erfolgt recht wenig Probleme. Positiv aus Sicht der Messestädter verlief dann auch das Doppel in der Besetzung Kozul/Szudi gegen Serdaroglu/Didukh. Die Welser konnten einen 0:2 Satzrückstand mit enormen Kampfgeist und natürlich auch dem nötigen Quentchen Glück noch in einen 3:2 Erfolg umdrehen. Wels hatte damit den Finaleinzug schon fast am Schläger, heißt aber leider noch nicht auch in trockenen Tüchern. Der Ungar Adam Szudi brachte zwar Chen Weixing in einem hart umkämpften fünf Satz Krimi an den Rand einer Niederlage, doch konnte das alte chinesische Schlitzohr noch einmal seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Damit musste Spiel 6 die Entscheidung bringen.

Dominique Plattner vermochte auch in diesem Spiel gegen den Ukrainer Didukh sein Leistungspotential auszuschöpfen, scheiterte aber am Ende leider an einigen umstrittenen Bällen und dem nötigen Quäntchen Glück. Um 22:25 Uhr hieß es dann Mission Titelverteidigung war nicht erfolgreich. Wels Boss Bernhard Humer, sowie Sportleiter Helmut Giglmeyer gratulierten dennoch ihren Spielern zum beherzten Kampf an diesem Abend.

Den Meistertitel haben die Welser heuer leider schon in einem sehr durchwachsenen Grunddurchgang letztlich liegen gelassen. Durch gewisse sportliche Fehlentscheidungen haben wir uns letztlich in diese Situation selbst gebracht, so Humer. Stinksauer war der Wels Boss über den gesamten Spiel- und Zeitplan. Es ist eine Frechheit, dass ein so wichtiges Spiel erst um 18.30 Uhr beginnt, wenn man doch weiß, dass dieses durchaus über drei, vier Stunden gehen kann. Nach Spielende konnten die Welser nicht einmal mehr vernünftig das Abendessen einnehmen, geschweige denn, sich noch in der Halle zu duschen. So hieß es eben dann, fahren wir zum Mc Donalds Drive In und geben wir uns ein paar satte Big Macs. Ankunft im Hotel war weit nach Mitternacht, wobei an Schlaf nicht mehr zu denken war.

Im Sinne der sportlichen Gesundheit aller Spieler trat man zwar formal noch zum Spiel um Platz 3 an, auf Grund des angesetzten Spieltermins mit 9:30 Uhr einigte man sich aber mit Kapfenberg, dass die Partien w.o. gegeben werden. Ein vernünftiges Spiel war unter diesen Bedingungen ohnedies nicht möglich und ginge es in diesem Spiel ohnehin nur mehr um die goldene Ananas, so Humer. Insgesamt kann aber die abgelaufene Saison letztlich positiv gesehen werden, man gewann erstmals den Österreichischen Cup und erreichte in der Champions League das Viertelfinale. Insgesamt muss sich der Verein aber, will er weiterhin an der Spitze bleiben, noch besser professionalisieren.

 

Wie bereits berichtet, endete ja auch das Finalspiel zwischen Stockerau und SPG Linz mit einem Skandal, einer Roten Karte und einer Anfechtung des Ergebnisses.

 

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