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Donnerstag, den 06. Juni 2019 07:00

26 Stunden Jet-Lag!


Bettina Plank in action

Premier League: Betti Plank will in Shanghai Traumserie prolongieren

EM-Silber in Guadalajara/Spa., dann Premier League-Bronze in Rabat und Serie A-Bronze in Istanbul – Bettina Plank will ihr traumhaftes Frühjahr beim Premier League-Turnier von Freitag bis Sonntag in Shanghai (Chn) prolongieren. Aber neben den Kämpfen auf den Tatamis hat die Karate-do Wels-Athletin seit Montag einen Flugmarathon zu überstehen. Denn binnen 27 Tagen umrundet sie mit 32.000 Flugkilometern beinahe den Erdball . . .

Derzeit Shanghai, dann der Karate Austria Tag am 15.6. in St. Pölten, danach das Serie A-Turnier in Montreal/Kan. (19.-23.6.) und dann das große Frühjahrsfinale bei den European Games in Minsk (BLR/29.-30.6.) – das sind 32.000 Kilometer und 26 Stunden an Zeitverschiebung in verschiedene Richtungen. Wie kann man das schaffen? „Dafür gibt es kein Rezept. Aber wir Karateka sind hart im Nehmen“, sagt Generalsekretär Ewald Roth zu dieser Challenge: „Allerdings muss der internationale Verband diesen Kalender überdenken. Wir fliegen binnen acht Tagen vom fernen Osten in den äußersten Westen, verbringen 40 Stunden im Flugzeug – das ist nicht gesund.“

Die Athleten müssen sich damit abfinden, konzentrieren sich auf ihre Aufgaben, die in China speziell sind: „Wir waren im November erstmals hier, haben gelernt, dass wir alles in chinesischen Schriftzeichen aufschreiben müssen. Die Taxifahrer können sonst etwa den Hotel- oder Sporthallen-Namen nicht lesen“, schildert Roth, der aber vom Entgegenkommen der Mitglieder des Organisationsteams angetan ist: „Sie sind äußerst freundlich, hilfsbereit und fleißig, freuen sich auf die Wettkämpfe in der Universitäts-Arena. Wir haben aber auch gelernt, dass wir flexibel sein müssen.“

Vorfreude auch bei Österreichs Aushängeschild Bettina Plank, die zuletzt dreimal in Serie am Podest stehen konnte. An das Vorjahr in Shanghai hat sie gemischte Gefühle. Ihre Silbermedaille war zwar großartig, den Finalkampf hatte sie aber wegen befremdlicher Schiedsrichterentscheidungen verloren. Diesmal gibt es aber den Videobeweis und damit bessere Chancen auf faire Entscheidungen.

Darauf baut auch Alisa Buchinger (-68 kg), die sich nach Gold bei den Austrian Open nach einer weiteren Medaille sehnt, um in Blickrichtung Olympia 2020 weitere wertvolle Punkte zu sammeln. Ihr Salzburger Klubkollege Stefan Pokorny (-67 kg) steigt nach seiner Knieverletzung wieder fullfit auf die Tatami und hofft, nach EM-Bronze in den Flow zurückzukommen.

„Runden gewinnen und Kämpfe genießen“ – das ist das Motto für Youngster Lora Ziller (+68 kg) und Luca Rettenbacher (-75 kg).

 

Bild (Martin Kremser): Bettina Plank in action