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Freitag, den 02. August 2019 07:00

Vorsicht bei hohen Temperaturen


Primar Dr. Gerhard Pöppl, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Klinikum Kirchdorf.

Hitzepickel bei Babys vorbeugen und behandeln

KIRCHDORF. Bei hohen Temperaturen sind Babys und Kleinkinder besonders anfällig für Hitzepickel. Der juckende Hautausschlag ist an und für sich ungefährlich, kann aber ein Alarmzeichen sein: Er zeigt, dass es dem Baby zu warm ist und es Abkühlung benötigt.

Besonders bei starker Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit können auf der Babyhaut Hitzepickel, auch Miliaria, Hitzeausschlag oder Schwitzbläschen genannt, entstehen. Grund ist oft zu warme und luftdichte Kleidung. Bei Babys sind die Poren noch sehr klein, wodurch sich die Schweißdrüsen sehr leicht verstopfen können. Vor allem an bedeckten Körperstellen bilden sich bei zu viel Wärme rote, etwa hirsekorngroße Bläschen, die mit einer klaren oder milchigen Flüssigkeit gefüllt sind. Bauch, Rücken, Windelbereich und Hautfalten wie die Kniekehlen sind besonders betroffen. Babys und Kinder mit heller Haut sind anfälliger für den Ausschlag.

Ungefährlich, aber unangenehm
„Hitzepickel verursachen keine Schmerzen und sind nicht ansteckend, können aber unangenehm jucken oder brennen“, sagt Primar Dr. Gerhard Pöppl, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Klinikum Kirchdorf. Er rät, dem Baby rasch Abkühlung zu verschaffen, da es bei weiterer „Überhitzung“ zu einem Hitzschlag kommen könnte. Dabei ist es hilfreich, öfter die Temperatur im Nacken des Kindes zu fühlen und diese im Auge zu behalten.

Raus aus der Wärme
Ist die Temperatur erhöht oder haben sich bereits Hitzepickel gebildet, sollte ein angenehm temperierter Raum oder Schatten aufgesucht werden. Klimatisierte Räume oder offene Fenster und Türen sind nicht ideal, denn Babys können sich auf diese Weise leicht eine Erkältung holen. Daher sollte man sie auch nicht komplett ausziehen, sondern die Kleidung lockern und warme Schuhe, Strümpfe und Haube ausziehen. Leichte, dünne Kleidung, vorzugsweise aus Naturmaterialien wie Baumwolle, lässt Luft an die Babyhaut. Ein Bad in lauwarmem Wasser ist eine wirksame Hilfe, danach das Baby vorsichtig abtrocknen. Auch mit einem unter kühles Wasser gehaltenen Waschlappen kann die Haut zwischendurch schnell abgetupft werden. Vorsicht, das Wasser sollte kühl, aber nicht kalt sein. Der Arzt empfiehlt in diesem Fall, Cremes und Wundsalben mit hohem Fettgehalt zu meiden, da sie die Poren verstopfen. Auf die betroffenen Hautstellen kann dünn Zinksalbe oder ein Gel aus Kieselerde aufgetragen werden, diese fördern die Abheilung der Bläschen.

Flüssigkeitsverlust vorbeugen
„Wichtig ist, darauf zu achten, dass das Baby ausreichend trinkt, weil es beim Schwitzen Flüssigkeit verliert“, betont Primar Dr. Pöppl. Die richtige Behandlung sorgt für ein rasches Abklingen des Ausschlages. Wenn sich die Hitzepickel nicht nach zwölf Stunden zurückbilden oder Fieber dazukommt, sollte die Kinderärztin/der Kinderarzt kontaktiert werden.

 

Bild (OÖG): Primar Dr. Gerhard Pöppl, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im Klinikum Kirchdorf.