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Mittwoch, den 04. September 2019 07:00

Vielversprechendes Operationsverfahren


Laser-assistierte Hornhauttransplantation

Erste Laser-assistierte Hornhauttransplantation OÖs in Linz erfolgreich durchgeführt

Die Augenheilkunde ist eines der innovativsten medizinischen Fächer. Kürzlich wurde an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie die erste Laser-assistierte Hornhauttransplantation Oberösterreichs durchgeführt. Der Eingriff ist bestens gelungen. Dieses sehr präzise Operationsverfahren ist vielversprechend und wird ab sofort am Kepler Universitätsklinikum angeboten.

Die durchgreifende Hornhautransplantation wird in der Regel mit einem durch Vakuum am Auge befestigten Trepan (Rundmesser) durchgeführt. Dabei werden sowohl die Spenderhornhaut als auch das Empfängerauge mit dem Trepan eingeschnitten und auf einen Viertelmillimeter genau in der passenden Größe präpariert.

OA Dr. Peter Laubichler, FEBO und OA Dr. Paul Jirak, FEBO von der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie haben dieses Verfahren im Kepler Uniklinikum implementiert, sodass nun Hornhautschnitte mit einem hochpräzisen Femtosekundenlaser durchgeführt werden können. „Bei dieser neuartigen Technik werden die Spenderhornhaut und das Empfängerauge exakt aufeinander abgestimmt, was Größe und Form der Schnittfläche betrifft. Mit dieser Innovation können Patientinnen und Patienten bereits kurz nach einem kompletten Ersatz der Hornhaut wieder scharf sehen und sind kaum durch die große Wundfläche beeinträchtigt“, erklären die beiden Mediziner.

Was ist eine Hornhauttransplantation?
Die durchsichtige Hornhaut bildet die äußere Begrenzung des Auges, die den runden Augapfel nach vorn abschließt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sehfähigkeit. Man kann nur scharf sehen, wenn die Hornhaut durchsichtig und gewölbt ist. Jede Veränderung ihrer Klarheit zieht eine Verschlechterung des Sehvermögens nach sich. Eintrübungen, wie sie nach schweren Hornhautentzündungen oder Verletzungen auftreten oder krankhafte Wölbungen, können daher zu einem Sehverlust führen. Sind erst einmal Eintrübungen vorhanden, bilden sich diese in der Regel nicht mehr zurück. Ab einem gewissen Stadium hilft daher nur noch der Austausch gegen eine gesunde, klare Hornhaut von einem verstorbenen Spender, eine sogenannte Hornhauttransplantation (Keratoplastik). Viele Menschen wissen allerdings gar nicht, dass es die Möglichkeit einer Hornhautspende gibt. Die Verwendung künstlicher Hornhäute befindet sich noch in der Erforschung.

Wann ist eine Hornhauttransplantation sinnvoll?
Eine neue Hornhaut benötigen in erster Linie Menschen, deren Hornhaut durch Verformungen oder Narben undurchsichtig geworden ist. Dafür gibt es verschiedene Gründe, Verletzungen mit anschließender Narbenbildung gehören zu den häufigsten. Auch Personen, deren Hornhaut so schwer entzündet war, dass Narben verblieben sind, sind oft auf einen Ersatz angewiesen. Dies kommt zum Beispiel nach einer Infektion der Hornhaut mit Herpesviren (Herpeskeratitis) vor. Aber auch altersbedingt oder nach operativen Eingriffen kann es zu Hornhautveränderungen kommen, die eine Transplantation notwendig machen. Eine weitere mögliche Ursache sind angeborene Hornhauterkrankungen.

Wie werden die benötigten Spenderhornhäute gewonnen?
In Österreich ist grundsätzlich jeder Organ- und Gewebespender, es sei denn, die oder der Betroffene hat zu Lebzeiten eine notariell beglaubigte Patientenverfügung gegen eine Organspende erstellen lassen. Hornhäute können bis zu 72 Stunden nach dem Tod entnommen werden. Die Koordination und Prüfung von Spendereigenschaften übernimmt eine Hornhautbank in Zusammenarbeit mit Augenkliniken. Eine sorgfältige Analyse und die nachfolgende Beobachtung der Hornhaut gewährleisten die Bereitstellung von hochwertigen Transplantaten. Gleichzeitig schließen mikrobiologische Tests und Untersuchungen des Spenderblutes aus, dass Krankheitserreger, zum Beispiel HIV und Hepatitis B-Viren, auf die Empfängerin bzw. den Empfänger übertragen werden.

Neben der Überprüfung der Spenderorgane organisieren die Hornhautbanken in Zusammenarbeit mit den Spenderkoordinatoren der Augenkliniken auch die Zuordnung der Transplantate an die Empfänger/-innen. Da die Hornhäute im Brutschrank vier bis sechs Wochen überleben können, bleibt genügend Zeit, die Patientinnen und Patienten in Ruhe und planmäßig in die Klinik zu bestellen und auf ihre Operation vorzubereiten.

Künstliche Hornhaut
Bei der Erprobung und Erforschung künstlicher Hornhäute wurden in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt. Allerdings ist der breite Einsatz dieser Technik bislang noch nicht möglich, da noch keine ausreichende Haltbarkeit gegeben ist.

Risiken und Komplikationen einer Hornhauttransplantation
Die Erfolgsrate bei Hornhauttransplantationen ist mit über 90 Prozent sehr hoch. Dies liegt in erster Linie daran, dass Hornhautgewebe nicht durchblutet ist und somit im Verhältnis zu anderen menschlichen Geweben ein sogenanntes Immunprivileg vorliegt. Operationskomplikationen durch Infektionen sind sehr selten. Durch die Einführung der Laser-assistierten Hornhauttransplantation kann noch präziser operiert werden.

Augenambulanz an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie
Falls Ihre Augenfachärztin bzw. Ihr Augenfacharzt bei Ihnen eine erworbene oder angeborene Erkrankung der Hornhaut festgestellt hat, bietet Ihnen unsere Spezialambulanz die Möglichkeit zur genauen diagnostischen Abklärung und darauf basierend eine optimale Therapie.

Ambulanzzeiten und Kontakt:
Montag von 08.00 bis 14.00 Uhr
T +43 (0)5 7680 83 - 1048

 

Bild (Kepler Uni-Klinikum): Laser-assistierte Hornhauttransplantation