Sie sind hier: SPORT
Montag, den 04. November 2019 07:00

Aktuelle Studie aus den USA


Primar Univ.-Prof. DDr. Hermann Enzelsberger, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Steyr.

Laufen bringt Schwung ins Sexualleben

STEYR. Ein erfülltes Sexualleben wirkt positiv auf die Gesundheit und trägt zur optimalen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bei. Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass vier Stunden Lauftraining pro Woche das Risiko sexueller Dysfunktion senkt – besonders bei Frauen.

In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen intensivem Sport und sexueller Zufriedenheit untersucht. Rund 6.000 in Lauf-, Schwimm- oder Radfahrclubs aktive Frauen und Männer wurden zu ihrem Sexualleben und ihren Trainingsgewohnheiten befragt. Das Ergebnis: Bei Männern, die mehr als vier Stunden in der Woche Lauftraining in moderatem Tempo absolvierten, stellten die ForscherInnen eine um 23 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit erektiler Dysfunktion fest. Noch deutlicher ist jedoch das Ergebnis der Studie bei Frauen: Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit einer Sexualitätsstörung sogar um 30 Prozent geringer.

Intensives Workout steigert die Durchblutung
Die intensive körperliche Betätigung beim Laufen steigert die Durchblutung der Fortpflanzungsorgane und damit das sexuelle Verlangen sowie die Leistungsfähigkeit. Auch bei Scheidentrockenheit, einem häufigen Problem, ist die mangelnde Durchblutung des Genitalbereichs eine mögliche Ursache.

Sexualleben von vielen Faktoren abhängig

Primar Univ.-Prof. DDr. Hermann Enzelsberger, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Steyr, weist darauf hin, dass viele Faktoren unser Sexualleben beeinflussen: „Das Verhältnis der SexualpartnerInnen zueinander, das eigene Selbstbewusstsein oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr spielen eine wesentliche Rolle. Die häufigsten Probleme bei Frauen sind sexuelles Desinteresse, gefolgt von Schwierigkeiten bei der Erregung und beim Orgasmus sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.“ Bei Männern ist der vorzeitige Orgasmus das häufigste Problem, es folgen mangelndes sexuelles Interesse und Erektionsstörungen.

Erkrankungen im Genitalbereich ernst nehmen
Schmerzen können den Geschlechtsverkehr zur Qual machen und so eine Beziehung stark belasten. Meist sind Infektionen und Entzündungen im Unterleib die Ursache. Auch Endometriose verursacht häufig Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bei dieser Erkrankung kommt es zu schmerzhaften Wucherungen außerhalb der Gebärmutter, in schweren Fällen kann der gesamte Bauch- und Beckenraum betroffen sein. Primar DDr. Enzelsberger betont, dass Schmerzen unbedingt abgeklärt und die Ursachen behandelt werden sollten, um etwaige Schäden an den Fortpflanzungsorganen zu verhindern.

 

Bild (OÖG): Primar Univ.-Prof. DDr. Hermann Enzelsberger, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Steyr.


Mehr in dieser Kategorie: