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Donnerstag, den 19. März 2020 13:00

Langeweile adieu


Ergotherapeutin Dr.in Renate Ruckser-Scherb, MSc, Mitglied Lehr-und Forschungspersonal der FH Gesundheitsberufe OÖ.

Wie Sie Kinder zu Hause sinnvoll beschäftigen

OBERÖSTERREICH. Die Corona-Krise stellt Familien vor eine völlig neue Situation:  Schulen und Kindergärten sind bis auf die Betreuung im Bedarfsfall geschlossen,  FreundInnen treffen fällt ebenso aus wie das Training im Sportverein. Neben dem  Online-Unterricht bleibt wegen der landesweiten Ausgangsbeschränkung viel Freizeit  in den eigenen vier Wänden. Zeit, die mit einfachen Mitteln sinnvoll gestaltet werden  kann. 

Ergotherapeutin Dr.in Renate Ruckser-Scherb, MSc, Referentin an der FH Gesundheitsberufe  OÖ, kennt die besten Rezepte gegen Langeweile. „Es ist wichtig, die Kinder in ihrer Freizeit  abwechslungsreich zu beschäftigen. Basteln, Spiele in Bewegung und Spiele im Sitzen sollten  einander ablösen und die Zeit vor dem Smartphone oder Tablet reduzieren. Auch ein  Stundenplan schafft in dieser Ausnahmesituation einen geregelten Alltag und gibt der ganzen  Familie Sicherheit“, so die Expertin. 

Kreativität anregen 
Ostern steht vor der Tür, und mit einfachen Mitteln, die jede/r zu Hause hat, lassen sich im  Internet zahlreiche Anleitungen für Bastelarbeiten finden: beispielsweise ein Huhn aus Papier  falten, mit Eierschalen basteln oder Wollschäfchen für den Osterstrauch gestalten.  Scheinbar nutzlosen Stoffen und Abfallprodukten wird beim Upcycling neues Leben  eingehaucht, wie etwa aus Prospekten Bilder oder bunte Stücke ausschneiden und danach  aus den Schnipseln bunte Collagen kleben, beispielsweise einen Blumenstrauß. Ein Porträt  einer fiktiven Person ist eine größere Herausforderung für Jugendliche.  Deckenhaus bauen: Dazu werden nur ein paar Decken, Wäschezwicker und vielleicht noch  ein paar Kissen für die „Einrichtung“ gebraucht – schon sind die Kinder eine Zeit lang  beschäftigt und finden in ihrer Höhle oder ihrem Haus auch einen Rückzugsort. 

Bewegungsspiele 
Bewegung ist extrem wichtig für Kinder. Sie benötigen sie für eine gesunde geistige  Entwicklung, sie stärkt das Immunsystem nachhaltig und fördert den Aufbau der Muskeln und  Knochen.  Viele Bewegungsspiele sich auch drinnen umsetzbar, natürlich abhängig vom Platzangebot –  etwa Tempelhüpfen, „Der Hase läuft über das Feld“ oder ein Versteckspiel. Beim  Knöpfewerfen wird eine Salatschüssel auf einen Teppich gestellt. Die SpielerInnen versuchen,  die Knöpfe aus zwei oder drei Metern Entfernung in die Schüssel zu werfen. Für „Soft-Boccia“  füllt jede/r SpielerIn eine verschiedenfarbige Socke mit Stoff und verknotet sie zu einem Ball.  Ein kleiner weicher Gegenstand dient als Zielball. Wie beim Outdoor-Spiel versuchen die  SpielerInnen, ihren Ball möglichst nahe zum Ziel zu werfen. Die gegnerischen Bälle dürfen  dabei weggeschossen werden. Wer dem Ziel am nächsten kommt, gewinnt. 

Spiele im Sitzen 
Viele erinnern sich an Spiele aus ihrer Kindheit, für die meist nur Stift und Papier benötigt  werden. Beispielsweise „Stille Post“, „Ich packe meinen Koffer“ oder „Schifferl versenken“. Der  beliebte Klassiker „Stadt-Land-Fluss“ kann für jüngere Kinder entsprechend abgewandelt  werden, indem man geografische Begriffe durch Vornamen, Fahrzeuge, Pflanzen,  Lebensmittel oder Figuren aus Büchern oder Filmen ersetzt.  „Besonders jetzt ist es umso wichtiger, dass Eltern mit ihren Kindern spielen und sich dabei  ganz auf das Spiel einlassen – egal wie alt die Kinder sind. Durch das gemeinsame Spiel  erleben sie zusammen Aufregung, Spaß und Freude und können diese Erfahrungen  miteinander teilen. Außerdem können Eltern beim Spielen sehr gut beobachten, wie es ihren  Kindern geht und welche Entwicklungsschritte sie körperlich und in ihrem Denken machen“,  so die Ergotherapeutin. 

 

Bild (FH Gesundheitsberufe): Ergotherapeutin Dr.in Renate Ruckser-Scherb, MSc, Mitglied Lehr-und Forschungspersonal der FH Gesundheitsberufe OÖ.