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Sonntag, den 31. Oktober 2021 07:00

Die bäuerliche Unternehmerin


Sandra Edelsbacher aus Roßleithen

15 Kandidatinnen in der engeren Auswahl | mit dabei - Sandra Edelsbacher aus Roßleithen

Bäuerinnen, die selbstbewusst ihren Arbeitsplatz schaffen, werden zum siebten Mal von der Landwirtschaftskammer OÖ mit dem Titel „Die bäuerliche Unternehmerin“ ausgezeichnet. 15 Kandidatinnen kamen in die engere Auswahl und werden nun durch eine Jury aus Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft, Wirtschaft und Medien gekürt. Im Zuge der Ersten OÖ Gala für Prämierungen und Auszeichnungen werden dann am 10. November in Linz die Gewinnerinnen der bäuerlichen Unternehmerin bekannt gegeben und geehrt. Hier stellen wir die Kandidatinnen aus den Bezirken, die in der engeren Auswahl sind, vor.

„Die Kandidatinnen sehen mit viel Weitblick die Chancen auf den landwirtschaftlichen Märkten und verwandeln sie auf den Höfen zu Einkommen. Die Selbstständigkeit und die Arbeit in der Natur schätzen sie besonders, weil viele von ihnen außerlandwirtschaftliche Berufserfahrung als Mitarbeiterinnen in Betrieben gesammelt haben. Die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird als Besonderheit erlebt. Alle Kandidatinnen absolvierten umfangreiche Ausbildungen, denn Fachwissen sowohl in der Urproduktion als auch in der Diversifikation ist wichtig, um in der Betriebsführung erfolgreich zu sein. Den Kandidatinnen liegt der Dialog mit der Gesellschaft besonders am Herzen, weil sie wissen, dass immer mehr Menschen wissen wollen, wie auf den Höfen gearbeitet wird und das direkte Gespräch aus ihrer Sicht beiden Seiten einen Mehrwert an Information und Verständnis bringen kann. Weiters sind sie sich auch einig, dass die neuen Medien hier eine große Rolle spielen und diese werden vielfach auch von ihnen genutzt“, erläutert Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Sandra Edelsbacher – Roßleithen – Bezirk Kirchdorf – geb. 1993
Thema der Einreichung: Den Kreislauf der Natur als Vorbild
Ein Standort – 3 Unternehmen

Boden- und Freilandeier Brunlitzerhof, Pello plant – Die Kraft aus der Natur und Mayr Kommunal und Umweltservice Sandra Edelsbacher ist eigentlich gelernte Hotel- und Gastgewerbeassistentin, aber bereits seit 2013 leidenschaftlich Bäuerin auf dem Brunlitzerhof in Roßleithen. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten bewirtschaftet sie seinen Hof mit unterschiedlichen Standbeinen. Neben den 3 Kindern sind auch noch die Schwiegereltern am Hof, der im Vollerwerb geführt wird.

Es leben rund 6000 Legehennen am Betrieb sowohl in Boden- als auch Freilandhaltung, deren Eier an die „Eiermacher GmbH“, die regionale Gastronomie und einige Lebensmitteleinzelhändler vermarktet werden, und natürlich im eigenen Hofladen. Seit 2018 wurde der alte Kuhstall nicht mehr genutzt und kurzerhand zum BrunlitzerHofladen umgebaut. So erwies sich das Corona-Jahr für die Direktvermarktung als ein sehr gutes Jahr und der Hofladen wurde immer gut besucht. Neben einem breiten Produktsortiment wird hier auch der eigene Naturdünger „Pello Plant“ vermarktet. Aus persönlichen Gesprächen und Überlegungen heraus ist 2018 die Idee für einen naturreinen, regionalen Bio-Dünger entstanden. Der Mist der Tiere von ausgesuchten Betrieben aus der Pyhrn-Priel Region, wird vorkompostiert, zerkleinert und zu verschiedenen Düngerpellets gepresst. Die Frage der Herkunft ist zu 100 Prozent nachvollziehbar und auf der Verpackungsrückseite genau beschrieben. Pello Plant hat sich in kürzester Zeit zu einer bekannten Marke entwickelt und ist in mehreren Gärtnereien sowie in allen Bellaflora-Standorten in ganz Österreich vertreten. Als drittes Standbein führt Wolfgang Mayr, der Lebensgefährte, seit 2011 die Firma Mayr Kommunal und Umweltservice und erledigt für Firmen, Kommunen aber auch Privatpersonen Grünraumpflege und Winterdienste. Im Frühling 2021 wurde mit diesem Standbein auch die Kompostieranlage in Spital/Pyhrn übernommen und aus den grünen Abfällen der Region werden wertvolle Komposte und Erdsubstrate erzeugt. Somit schließt sich der Kreislauf wieder – ganz nach dem Vorbild der Natur.

Bild (privat): Sandra Edelsbacher


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