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Dienstag, den 18. Dezember 2018 08:00

Facettenreiches Programm


Szene aus Don Quijote

28. Internationalen Welser Figurentheaterfestival von 7. bis 13. März

Zum bereits 28. Mal ist in Wels im März 2019 eine ganze Woche für die verschiedenen Spielarten des Figurentheaters reserviert: Von Donnerstag, 7. bis Mittwoch, 13. März zeigen 27 Gruppen und Einzelkünstler aus neun Nationen ausgewählte Figurentheaterstücke zu unterschiedlichsten Themen.

Angesprochen werden Kinder ab zwei Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Sowohl Liebhaber von traditionellem Figurentheater als auch Szeneenthusiasten, die das theatrale Experiment suchen, werden im aktuellen Programm auf ihre Rechnung kommen.

57 Vorstellungen in fünf Spielstätten
Auf die kleinen und großen Besucher warten bei der 28. Ausgabe des Internationalen Welser Figurentheaterfestivals 57 Vorstellungen in fünf Spielstätten (Stadttheater, Minoriten, Programmkino, Kornspeicher und Alter Schlachthof). Das Stadttheater wird dabei letztmalig vor der geplanten Erneuerung als Spielstätte zur Verfügung stehen. „Wir laden unsere Besucher 2019 ein letztes Mal in unseren Festivaltreff im Theaterfoyer ein und freuen uns gleichzeitig auf eine baldige Wiederauferstehung des Welser Stadttheaters im neuen Gewand“, erklärt Intendantin Gerti Tröbinger.

Durch einen Tanzschwerpunkt zu Beginn und am Ende erhält das Festival einen „bewegten“ und „bewegenden“ Rahmen: Die weltberühmte Duda Paival Company aus Holland eröffnet am Donnerstag, 7. März um 19:30 Uhr im Stadttheater mit dem Stück „blind“, in dem der Protagonist seine Erfahrung mit temporärer Erblindung in ergreifende und zugleich verstörende und komische Bilder setzt. Verabschieden wird die Besucher am Mittwoch, 13. März (19:30 Uhr, Stadttheater) die spanische Kompanie „Cero en Conducta“ mit „Brigittes letzter Tanz“ – ein berührender Rückblick auf ein Leben.

Das Materialtheater Stuttgart mit „Don Quixote“ (Samstag, 9. März, 19:00 Uhr, Stadttheater), Annika Pilstl (die exen) mit „Sommernachtstraum, oder wer ist hier der Esel“ (Sonntag, 10. März, 21:00 Uhr, Alter Schlachthof) und die multinationale Musik-Gruppe Fekete Seretlek mit „Rat“ (Montag, 11. März, 19:30 Uhr, Alter Schlachthof), einem Stück nach George Orwells Roman 1984, nehmen sich um Stoffe der Weltliteratur an. Jede Bearbeitung ist ein überraschendes Kleinod, das auch für den fundiertesten Klassikkenner noch Überraschungen bieten wird.

Wieder einmal fällt 2019 der Internationale Frauentag in die Festivalwoche. Dieser Abend gehört zwei Frauen, die sich in der Männerdomäne des traditionellen Handpuppenspiels ihren Platz erkämpft haben. „Company Pelele“ (ES) und Eva Sotriffer (IT) prügeln beim Themenabend „Weiberkasper“ mit ihrem virtuosen Handpuppenspiel am Abend des Freitag, 8. März (19:30 Uhr im Schießerhof sowie 20:15 Uhr in den Minoriten) die Feinde der ungebändigten Lebensfreude von der Kasperlbühne.

Zur Wiederherstellung des geschlechterspezifischen Gleichgewichts kommen am Dienstag, 12. März drei langgediente Herren der österreichischen Figurentheaterszene zu Wort: Heini Brossmann („Wie ich Puppenspieler wurde“, 18:00 Uhr, Minoriten), Christoph Bochdansky mit den Strottern („Himmel & Hölle“, 19:30 Uhr, Stadttheater) und Stefan Libardi („Gefahr ist mein Geschäft“, 21:15 Uhr, Alter Schlachthof) heißen die Besucher zum „Herrenabend“ willkommen. Der Abend führt die Gäste dabei von der Autobiographie über musikalische Phantasien in Himmel und Hölle bis zum Detektivthriller. Damenbesuch ist ausdrücklich erwünscht!

Mit „plastic heroes“ des aus Israel stammenden Weltstars des Puppentheaters Ariel Doron kommt am Sonntag, 10. März (19:30 Uhr, Kornspeicher) ein Stück auf die Bühne, das mit beißendem Spott machoides Heldentum und die Sinnlosigkeit von Kriegen vorführt.

Anlässlich des Maximilian-Gedenkjahres 2019 zum 500. Todestag des in der Welser Burg verstorbenen Kaisers spielt Figurentheaterkünstler Prof. Klaus Behrendt zwei Fastnachtskomödien des Meistersingers und Poeten Hans Sachs. Dieser Zeitgenosse Maximilians soll sich in jener Zeit in Wels aufgehalten haben, in der auch der Kaiser häufig hier war. „Der fahrende Schüler im Paradies“ und „Der Doktor mit der großen Nase“ werden am Freitag, 8. März (10:00 Uhr), am Samstag, 9. März (09:30 Uhr) und Sonntag, 10. März (10:00 Uhr) in den Minoriten (Schießerhof) aufgeführt.

An den langen Abenden des Festivalwochenendes lädt das Festival abermals zu einem Blick in die Zukunft des Genres Figurentheater, wenn Studierende der Hochschulen für Darstellende Künste aus Berlin, Prag und Stuttgart neun ausgewählte Diplom- und Bachelorinszenierungen zeigen. Diese stehen in Wels unter dem Label „Materialschlacht“. Ein weiterer Höhepunkt der Festivalwoche wird der „2. Welser Puppetry-Slam“ (Samstag, 9. März, 22:30 Uhr, Stadttheater) sein, bei dem um den Titel „King of Slam zu Wels“ gekämpft wird. Und das Publikum entscheidet, wer die begehrte Trophäe nach Hause trägt.

Beim Kinderprogramm liegt ein Schwerpunkt bei Stoffen aus der Kinder- und Jugendliteratur: „Der Bär, der nicht da war“ wird von der Wiener Gruppe „makemake“ am Sonntag, 10. März (15:00 Uhr, Minoriten und Montag, 11. März, 09:30 Uhr) hochphilosophisch und musikalisch auf die Bühne gebracht. Ebenfalls musikalisch und bildgewaltig zeigen Wilde&Vogel und Florian Feisel (DE) „Hobbit“ (Montag, 11. März, 14:30 Uhr sowie Dienstag, 12. März, 09:30 Uhr, jeweils Stadttheater). Die Festivalintendanz (Dürrhammer, Humer, Tröbinger) wartet ebenfalls mit Literaturbearbeitungen für Kinder auf: „Das Gipfeltreffen“ (Freitag, 8. März, 14:30 Uhr sowie Samstag, 9. März, 10:30 Uhr, jeweils Stadttheater), frei nach einer Geschichte von Michael Ende, und „Josefine“ (Sonntag, 10.  März, 14:30 Uhr sowie Montag, 11. März, 10:00 Uhr, jeweils Alter Schlachthof) nach dem Bilderbuch von Ursula Baumann.

 

Bild (Stadt Wels): Szene aus Don Quijote