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Montag, den 23. August 2021 07:00

16 Jahre „PowerGirls“


Generaldirektor Werner Steinecker und Landesrätin Christine Haberlander mit zwei Power Girls

Faszination Technik für über 2.500 Mädchen an 60 Schulen in OÖ

Über 2.500 Mädchen, 60 Schulen in OÖ, mehr als 80 oberösterreichische Firmen sowie höhere technische Lehranstalten und Institutionen als Unterstützer und technische Praxis-Workshops, die begeistern – „Power Girls“ ist seit 16 Jahren ein erfolgreiches und effektives Projekt des Landes OÖ, Mädchen einen praxisnahen Einblick in die technische Berufswelt zu geben.

Beitrag zur Standortsicherung von Industrie und Gewerbe in OÖ
Der steigende Bedarf an Techniker/innen sowie deren Bedeutung für die Standortsicherung von Industrie und Gewerbe in Oberösterreich ist unumstritten. „PowerGirls“ leistet einen effektiven Beitrag zur technischen Berufswahl von Mädchen.

Mädchen und Frauen haben reges technisches Interesse. Das zeigt das Projekt „PowerGirls“, welches im Auftrag des Landes OÖ von der Education Group GmbH, der Bildungs- und Serviceagentur des Landes OÖ, durchgeführt wird.

Ziel des Projektes ist, das Interesse der Schülerinnen für technische Berufe zu fördern, kontinuierlich Akzente zur Stärkung des Innovations- und Selbstbewusstseins zu setzen und die Sozialkompetenz zu stärken. Die Mädchen lernen, ihren Horizont zu erweitern und entdecken vielfältige neue berufliche Möglichkeiten.

„Das Land Oberösterreich fördert in vielen Bereichen das Interesse an Technik und Naturwissenschaften, um neue Anforderungen bewältigen und die Zukunft erfolgreich gestalten zu können. Gerade Projekte für Mädchen und junge Frauen liegen mir bei diesem Thema besonders am Herzen, denn wir vertreten ein Land, in dem nicht das Geschlecht bestimmt, was erreichbar ist. Wir vertreten ein Land, in dem Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer und wir unterstützen Mädchen, ihre Talente selbstbewusst zu nutzen. Wir brauchen am Standort Oberösterreich junge Frauen, die die guten Chancen in MINT-Berufen nutzen möchten. Mit dem Projekt PowerGirls leisten wir dazu einen starken Beitrag“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

„Die Energie AG OÖ will vermehrt Frauen für technische Berufe begeistern. Diese Begeisterung soll bereits im Schulalter geweckt werden. Daher unterstützen wir schon seit Jahren die Aktion PowerGirls, weil hier das Bewusstsein für künftige Technikerinnen geschaffen wird. Stolz sind wir auch auf unser Stipendienprogramm für Technikstudentinnen sowie das Traineeprogramm, das zur Förderung von Mitarbeiterinnen in technischen Bereichen entwickelt wurde“, sagt Energie AG-Generaldirektor DDr. Werner Steinecker.

PowerGirls von heute – die Power Frauen von morgen
PowerGirls sind Schülerinnen der 6. Schulstufe (NMS/AHS). Im Laufe des Schuljahres arbeiten sie in Teams mit anderen Schulen zusammen, besuchen Workshops und lernen die vielfältige Welt der Technik kennen.

Technik hautnah
Durch den praxisnahen Einblick in technische Betriebe erhalten Mädchen die Chance, technische Berufsfelder in der Realität kennenzulernen. Coronabedingt konnten diesjährig die Workshops nicht direkt in den Firmen abgehalten werden, sondern wurden als Online-Veranstaltung oder Webinar durchgeführt. Die Workshops gliederten sich in einen Theorie- und Praxisteil, bei dem die Schülerinnen ihre Power durch zahlreiche spannende Aktivitäten von zu Hause aus via Home Schooling zeigen konnten.

Praxis-Workshops, die begeistern
Zu den durchgeführten Workshops im heurigen Jahr zählten:

  • Future Matters – Power Girls werden zu Materialforscherinnen
  • Lego Spikes – Programmieren spielerisch lernen
  • Kleine Fotoschule – Fotografieren wie ein Profi
  • Geocaching – Satellitentechnik auf der Spur

Der Workshop #ihavepower wurde im Juni im Freien als Präsenzunterricht durchgeführt. Zielsetzung war, das Selbstbewusstsein und das emanzipierte Rollenbild der Mädchen zu fördern, die Persönlichkeit zu entfalten und die eigenen Ressourcen besser einsetzen zu lernen. Dadurch sollen die Mädchen für ihre Berufswahl gestärkt werden.

Virtuelle Abschlussveranstaltung
Erstmalig war aufgrund der Sicherheitsvorschriften die Abschlussveranstaltung nicht als Präsenzveranstaltung im Power Tower der Energie AG möglich, sondern wurde erfolgreich virtuell von der Education Group umgesetzt. Neben einem Rückblick auf die Erlebnisse und Leistungen der Schülerinnen und Lehrpersonen und einer spannenden Experimentiershow von Science Entertainer Joachim Hecker war das Highlight die Ehrung der Siegerinnen des Jahreswettbewerbes. Die Energie AG stellte als Hauptsponsor der Veranstaltung die Preise zur Verfügung, passend zum Projekt: Experimentierkästen in den Bereichen Chemie, Hydraulik, Roboter-Technik, Solartechnik, Brennstoffzellentechnik und Wasserkraft.

Evaluierungen bestätigen den Erfolg
Die Forschungsergebnisse der Evaluierung zeigen, dass das Projekt PowerGirls äußerst effektiv ist, bei Mädchen Interesse an einer technischen Ausbildung zu wecken.

42,3 % aller PowerGirls können sich einen technischen Beruf vorstellen, im Gegensatz zu Non PowerGirls mit 34,8 %. 

61,6 % der PowerGirls schätzen sich mathematisch als begabt ein im Vergleich zu 43,6 % der Non PowerGirls; 65,4 % der PowerGirls halten sich für handwerklich begabt, 54,2 % der Non PowerGirls.

Hinsichtlich der konkreten Schulwahl zeigt sich, dass Power Girls signifikant häufiger eine technische oder technisch-naturwissenschaftliche weiterführende Schule wählen als Non Power Girls. Beinahe ein Viertel der PowerGirls (23,3 %) – im Gegensatz zu 8,7 % der Non PowerGirls – gibt an, im nächsten Schuljahr eine HTL besuchen zu wollen.

Bei der Wahl des Lehrberufs zeigt sich ebenfalls, dass PowerGirls häufiger einen technisch-orientierten Lehrberuf (wie z. B. Elektrikerin, Computertechnikerin, Kfz-Technikerin, Labortechnikerin, Kunststofftechnikerin) wählen, als Non Power Girls. 15,4 % aller PowerGirls, die einen Lehrberuf wählen, wollen sich für einen technisch orientierten Lehrberuf entscheiden, während keines der Non Power Girls an einem technisch orientierten Lehrberuf Interesse zeigt.

Seit Projektstart im Schuljahr 2005/06 haben über 2.500 Schülerinnen aus rd. 60 Schulen am Projekt teilgenommen. Das Projekt wurde im Zeitraum von 16 Jahren von über 80 oberösterreichischen Firmen sowie höheren technischen Lehranstalten und Institutionen unterstützt.

https://powergirls.edugroup.at/

 

Foto: Land OÖ/Sabrina Liedl