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Sonntag, den 29. August 2021 07:00

Rekordbeschäftigung in OÖ


v.l.: Michaela Gonglach, Mitarbeiterin von DoNs Catering Linz, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Christian Hölbl, Geschäftsführer DoNs Catering Linz GmbH.

Oberösterreich katapultiert sich auch auf dem Arbeitsmarkt aus der Krise

Oberösterreichs Wirtschaftsmotor brummt wieder: In vielen Branchen ist die Entwicklung bereits besser als vor der Krise. Oberösterreichs Betriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich als besonders krisenfest erwiesen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie mit viel Einsatz, Flexibilität und Kreativität bewältigt. Auch der Bund und das Land OÖ haben mit ihren Unterstützungsmaßnahmen dazu beigetragen, dass der Standort Oberösterreich besser als andere durch die Krise gekommen ist. „Jetzt geht es darum, dass Oberösterreich als die Wirtschafts-Lokomotive der Republik wieder volle Fahrt aufnimmt und der Standort nach der Beschleunigungsphase wieder auf die Überholspur wechselt. Ein wesentlicher Punkt dabei ist, dass sich unser Bundesland auch auf dem Arbeitsmarkt aus der Krise katapultiert. Dafür gibt es auch beste Voraussetzungen, ist doch die Beschäftigung kontinuierlich angestiegen und hat das Vorkrisenniveau mittlerweile sogar übertroffen. Zugleich gibt es in Oberösterreich bereits fast so viele offene Stellen wie Arbeitslose“, betont Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Oberösterreich weist Rekordbeschäftigung auf:
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeichnen für unser Bundesland ein äußerst positives Bild:

Ist die Anzahl der Beschäftigten in Oberösterreich im Juli des Vorjahres Corona-bedingt auf 677.820 zurückgegangen, so beträgt sie im Juli dieses Jahres bereits 697.000. Damit gibt es heuer in Oberösterreich sogar mehr Beschäftigte als im Juli des Vorkrisen-Jahres 2019 mit 689.480. „Mehr als 697.000 Beschäftigte in Oberösterreich bedeuten Rekordbeschäftigung. Noch nie gab es in unserem Bundesland so viele Beschäftigte wie jetzt“, hebt Landesrat Achleitner hervor.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Anzahl der Arbeitslosen: Hat es im Juli 2020 in Oberösterreich noch 44.499 Arbeitslose gegeben, so ist dieser Wert im Juli dieses Jahres auf 31.923 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 28 %. Zugleich liegt damit die Arbeitslosenzahl heuer nur ganz knapp über der Anzahl im Juli des Vorkrisen-Jahres 2019 mit 31.577.

Die Arbeitslosenrate hat in Oberösterreich im Juli 2020 6,2 % betragen und ist im Juli 2021 auf 4,4 % zurückgegangen. Das entspricht auch dem Wert vom Juli 2019, wo es ebenfalls eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent gegeben hat. Zum Vergleich: Bundesweit hat die Arbeitslosenrate im Juli 2020 9,2 % betragen, im Juli 2021 beträgt sie 6,8 % und liegt damit über dem Wert vom Juli 2019 mit 6,5 %.

Einen deutlichen Anstieg zeigt sich in Oberösterreich auch bei der Anzahl der offenen Stellen: 30.566 offene Stellen in OÖ (verfügbare und nicht sofort verfügbare) im Juli 2021 bedeuten nicht nur einen Anstieg um fast 80 % gegenüber dem Juli 2020 mit 17.160, sondern auch eine deutliche Zunahme gegenüber dem Juli 2019, wo es 22.832 offene Stellen gegeben hat.

Erfreulich auch die Entwicklung bei den arbeitslosen Jugendlichen: Hat es im Juli 2020 noch 5.786 arbeitslose Jugendliche gegeben, so ist diese Zahl im Juli 2021 auf 3.730 gesunken und ist damit sogar niedriger als im Juli 2019 mit 4.173.

Wirtschaftsmotor voll angelaufen:
„Es gibt eine Reihe von Gründen dafür, dass die Erholung des Arbeitsmarktes in Oberösterreich nach der Corona-Krise erfreulicherweise schneller erfolgt ist“, so Landesrat Achleitner:

Kurzarbeit: „Wir haben von Beginn an immer an die Betriebe appelliert, die großzügigen Corona-Kurzarbeitsmodelle der Bundesregierung zu nutzen, anstatt Mitarbeiter/innen freizusetzen, um nach der Krise wieder mit ihrem bewährten Team durchstarten zu können. Erfreulicherweise sind Oberösterreichs Betriebe unserem Appell in überwiegendem Ausmaß gefolgt: Im Juni 2020 waren in Oberösterreich rund 290.000 Menschen in Kurzarbeit, das war der Höchststand in der Corona-Krise. Oberösterreich war damit Spitzenreiter aller Bundesländer. Damit konnte eine Massenarbeitslosigkeit erfolgreich verhindert werden. Aktuell befinden sich 4.585 Menschen in Oberösterreich im Kurzarbeitsmodell Phase V“, erläutert Landesrat Achleitner.

Lockerungsschritte: „Oberösterreich hat auch immer wieder auf Lockerungsschritte gedrängt, dass sich unser Bundesland nicht dem ‚Ost-Lockdown‘ angeschlossen hat, war ebenfalls eine richtige Entscheidung“, so Landesrat Achleitner.

Robuste Wirtschaftsstruktur in Oberösterreich: Das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics hat in einer aktuellen Studie die wirtschaftlichen Folgen der Krise für OÖ, im Vergleich zu anderen europäischen Regionen, mit denen wir uns in Konkurrenz befinden, untersucht. Ein wesentliches Ergebnis dabei war, dass sich die Wirtschaftsstruktur Oberösterreichs als besonders krisenresilient erwiesen hat. Auch der Anteil der gefährdeten Arbeitsplätzen, also jene in besonders betroffenen Branchen oder in Kleinstunternehmen, ist in Oberösterreich unterdurchschnittlich.

Investitionsprämie des Bundes: „Die Investitionsprämie des Bundes wurde von Oberösterreichs Betrieben besonders intensiv genutzt: Die Anträge von 56.500 Unternehmen wurden zugesagt, damit kommen 23,4% aller Anträge aus OÖ, das ist Platz 1 österreichweit. Insgesamt lösen die oö Betriebe damit ein Investitionsvolumen von 16 Milliarden Euro aus. Sie können sich dazu bis zu 1,4 Milliarden Euro an Zuschuss abholen“, hebt Landesrat Achleitner hervor.

Historisch größter „Pakt für Arbeit & Qualifizierung“ für OÖ: Der Pakt für Arbeit & Qualifizierung weist heuer mit 342 Mio. Euro ein so hohes Budget wie noch nie auf, das sind fast um 100 Mio. Euro mehr als Vorjahr.

Aus der Krise herausinvestieren – mit dem „Oberösterreich-Plan“: Das Land OÖ hat mit dem „Oberösterreich-Plan“ das bisher größte Investitionspaket gestartet: „Mit Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro wollen wir uns aus der Krise herausinvestieren. Das hat auch starke Beschäftigungsimpulse für OÖ. Laut einer Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts IWI werden durch diese Investitionen in den Jahren 2021 bis 2026 rund 13.800 Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht“, erklärt Landesrat Achleitner

Das OÖ. „5-Punkte-Paket“ gegen Langzeitarbeitslosigkeit:

1. Eingliederungsservice für Langzeitarbeitslose:
Die bisher bestehende Servicestelle Job und Wirtschaft, die sich um über 50-jährige Arbeitssuchende annimmt, erhält vom Land Oberösterreich zusätzliche Kompetenzen und Mittel, um Langzeitarbeitslose jeden Alters zu beraten und zu betreuen. Dieses Eingliederungsservice kontaktiert dann Betriebe direkt, vermittelt unbürokratisch Langzeitarbeitslose in eine neue Beschäftigung und unterstützt sowohl Betrieb als auch Beschäftigten während des Eintritts.

2. Betriebliches JOB-RESTART-Programm:
Im Rahmen des betrieblichen JOB-RESTART-Programms übernimmt das AMS für Langzeitarbeitslose zwei Probemonate lang 100% der Lohnkosten und anschließend für weitere zehn Monate zwei Drittel der gesamten Lohnkosten. Beim Betrieb bleibt somit zehn Monate lang nur ein Drittel der Lohnkosten.

Von 1. April 2021 bis 31. Dezember 2021 gibt es vom AMS diese erhöhte Form der Eingliederungsbeihilfe – das heißt bis zum 31. Dezember 2022 steht eine spürbare finanzielle Unterstützung für die Beschäftigung Langzeitarbeitsloser in oö. Betrieben zur Verfügung.

3. Qualifizierungsförderung für Betriebe:
Wenn jemand länger als ein Jahr nicht am ersten Arbeitsmarkt tätig war, gibt es häufig Qualifizierungsbedarf. Aus diesem Grund übernimmt das Land Oberösterreich Ausbildungskosten bis 5.000 Euro für individuell notwendige Qualifizierungsmaßnahmen, wenn ein Betrieb im Rahmen der erhöhten Eingliederungsbeihilfe eine Person, die zuvor langzeitarbeitslos war, beschäftigt.

4. Kommunales JOB-RESTART-Programm:

In den oberösterreichischen Städten und Gemeinden sowie in Gemeindeverbänden ist der Personalbedarf groß. Daher werden im Rahmen des kommunalen JOB-RESTART-Programms von AMS, Land und Gemeinden langzeitarbeitslose Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher in den Gemeinden ausgebildet bzw. beschäftigt.

In den Gemeinden gibt es weitreichende Betätigungsfelder – von Bürotätigkeiten in der allgemeinen Verwaltung, über Aufgaben im Bauhof oder Altstoffsammelzentrum sowie in den gemeindeeigenen Kindergärten oder Alten- und Pflegeheimen bis hin zu den neu geschaffenen Tätigkeiten in den Test- und Impfstraßen. Ziel ist, dass die Langzeitarbeitslosen das ganze Spektrum der Gemeindearbeit kennenlernen können, um so neue berufliche Erfahrungen zu sammeln und wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Bei Pensionierungen oder anderweitigen Änderungen im Personalstand könnten sich so auch Möglichkeiten für einen Verbleib in den Gemeinden ergeben.

Im Rahmen dieser Offensive übernimmt das AMS wie beim betrieblichen JOB-RESTART-Programm in den ersten zwei Monaten 100 % und anschließend für zehn Monate 66,7 % der Lohnkosten. Das restliche Drittel teilen sich Land und Gemeinde. Der Bruttolohn beträgt rund 1.900 Euro monatlich. Die Gesamtkosten für das eine Jahr Beschäftigungs- und Ausbildungsdauer liegen die der einzelnen Gemeinde bei unter 5.000 Euro pro Person. Für das Land Oberösterreich fallen Kosten von rund 5 Millionen Euro an.

Bis 31.12.2021 besteht die Möglichkeit, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, die Beschäftigungsdauer beträgt maximal 12 Monate. Das kommunale JOB-RESTART-Programm endet somit mit 31.12.2022.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit unserem JOB-RESTART-Programm von April bis Dezember dieses Jahres insgesamt 3.000 Langzeitbeschäftigungslose in Oberösterreich wieder in Arbeit zu bringen. Nach bereits nur vier Monaten wurden schon 58 % dieses Zielwerts erreicht. Dieser große Erfolg stimmt uns sehr zuversichtlich, dass wir in den verbleibenden fünf Monaten unser Gesamtziel erreichen werden“, so Landesrat Achleitner.

Aus- und Weiterbildungsgarantie für jede Oberösterreicherin und jeden Oberösterreicher:
„In Oberösterreich gibt es bereits mehr als 30.500 offene Stellen – sofort verfügbar 29.085, nicht sofort verfügbar 1.481. Damit gibt es für fast jeden Arbeitslosen in OÖ somit auch eine offene Stelle. Warum gibt es so viele offene Stellen und trotzdem fast genauso viele Arbeitslose? Hier ist ein ‚Mismatch‘ das Problem, denn nicht für jede offene Stelle gibt es einen „passenden“ Arbeitslosen – häufig mangelt es an Qualifikationen, oft kommen auch noch andere Vermittlungseinschränkungen, zB gesundheitliche Einschränkungen, dazu“, erläutert Landesrat Achleitner.

Der größte Personalbedarf besteht im Bereich Industrie und Gewerbe mit 12.875 sofort verfügbaren offenen Stellen, gefolgt vom Bereich Dienstleistungen mit 3.936 sowie Handel und Verkehr mit 3.928.

„Qualifizierung ist daher das Gebot der Stunde und hier wollen wir mit unserer Aus- und Weiterbildungsgarantie für jede Oberösterreicherin und jeden Oberösterreicher ansetzen. Das bedeutet, wir garantieren, jeder und jedem in unserem Bundesland, der das in Anspruch nehmen will, gemeinsam mit dem AMS ein passendes Aus- oder Weiterbildungsangebot zur Verfügung stellen zu können“, hebt Landesrat Achleitner hervor.

„Es ist eine Vielzahl von Programmen für jede Zielgruppe vorhanden – das macht die besonders hohe Dotierung des heurigen OÖ. ‚Paktes für Arbeit und Qualifizierung’ möglich. Er umfasst in diesem Jahr 342 Mio. Euro, mit denen Angebote für rund 102.000 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher finanziert werden können“, erklärt Landesrat Achleitner.

Arbeitserprobung:
Ein höchst erfolgreiches Programm, um Menschen in Beschäftigung zu bringen und zugleich den Arbeits- und Fachkräftebedarf zu verringern, ist die Arbeitserprobung: Hier hat ein Unternehmen die Möglichkeit, ohne Kosten festzustellen, ob ein/e Bewerber/in für die Tätigkeit im Betrieb geeignet ist. Gleichzeitig hat die/der Bewerber/in die Chance, das künftige Tätigkeitsfeld kennenzulernen. Für beide läuft diese Kennenlernphase ohne finanzielles Risiko ab. Denn im Rahmen der Arbeitserprobung erhalten die Teilnehmer ihr Arbeitslosengeld vom AMS weiter, der Betrieb hat kein Entgelt zu bezahlen. Innerhalb dieser Probephase kann das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten jederzeit aufgelöst werden. „Das ist eine echte Win-Win-Situation für Arbeitssuchende und Unternehmen. Erfreulicherweise erhält jede/r zweite/r Arbeitssuchende nach einer Arbeitserprobung vom Betrieb einen unbefristeten Dienstvertrag“, hebt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner hervor.

 

Bild (Land OÖ/Daniel Kauder): v.l.: Michaela Gonglach, Mitarbeiterin von DoNs Catering Linz, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Christian Hölbl, Geschäftsführer DoNs Catering Linz GmbH.