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Dienstag, den 31. August 2021 07:00

Vom Start-up zum Innovationsmotor


v.l.: Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Mag.a Doris Hummer, Präsidentin Wirtschaftskammer OÖ, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Dr. Johann Kalliauer, Präsident Arbeitskammer OÖ, DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer Industriellenvereinigung OÖ, und DI (FH) Werner Pamminger, Geschäftsführer Business Upper Austria.

Oö. Standortagentur weiter auf Zukunftskurs

Erfolgsfaktor für regionale Wirtschaftspolitik
Gegründet 1991 aus den Nachwehen der Verstaatlichten-Krise heraus und in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sollte die Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG) als Anlaufstelle für Unternehmen Betriebsansiedlungen vorantreiben und neue Technologien fördern. „Heute ist aus dem ‚Start-up‘ TMG die oö. Standortagentur Business Upper Austria geworden, die mit ihren Beteiligungen zentraler Knotenpunkt im Innovationsnetzwerk des Standorts Oberösterreich ist. Die Kernaufgaben sind geblieben, aber die großen Herausforderungen wie Klimawandel, Strukturwandel, Demografie und die digitale Transformation verlangen mehr denn je die Rolle eines Innovationsmotors, der die Unternehmen am Standort umfassend unterstützt“, erklären Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner anlässlich des 30-jährigen Bestehens der oö. Standortagentur Business Upper Austria.

30 Jahre oö. Standortagentur in Zahlen:

? 1.500 Ansiedlungen oder Erweiterung von Unternehmen mit 8,6 Milliarden Euro Investitionsvolumen - mehr als 32.000 Arbeitsplätze wurden durch diese Investitionen geschaffen oder gesichert

? 965 Kooperationsprojekte mit mehr als 3.500 beteiligten Unternehmen

? 1.000 erfolgreiche Projekte im TIM – Technologie- und Innovationsmanagement

? 3.000 Kundenberatungen jährlich

? 1.400 Projekte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie in den elf Forschungszentren des UAR Innovation Network jährlich

Landeshauptmann Mag. Thomas STELZER: Aktive Standortpolitik trägt Früchte: Oberösterreichs Wirtschaftsleistung hat sich seit 1990 mehr als verdreifacht
Vor bald 30 Jahren, am 7. November 1991, ist Oberösterreich mit der Gründung der damaligen Technologie- und Marketinggesellschaft m.b.H (TMG) in die Ära der gezielten Standortentwicklung und Betriebsansiedlung gestartet. „Gleichzeitig wurde mit dem Aufbau des oö. Technologienetzwerks begonnen, das den Technologietransfer als Ziel hatte – ein Thema, das heute aktueller ist denn je“, sagt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. Auch die gezielte Standortpolitik in Form von strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogrammen startete Anfang der 1990er-Jahre.

Nach wie vor zählt die Betriebsansiedlung zu den wichtigsten Aufgaben. Ein umfassendes Investorenservice steht allen Unternehmen zur Verfügung, die am Standort Oberösterreich investieren wollen – egal, ob sie aus dem Ausland kommen und erstmals einen Standort in unserem Bundesland gründen wollen oder ob sie bereits in OÖ sind und erweitern wollen. Das beginnt bereits bei der Flächenentwicklung und –sicherung, um überhaupt Wachstum am Standort zu ermöglichen und reicht bis hin zu Förder- und Finanzierungsfragen, bei denen die Unternehmen beraten werden.

Standort für Investitionen hoch im Kurs
Rund 6 von 10 Leitbetrieben und schnell wachsenden Gazellen-Unternehmen in Oberösterreich planen in den kommenden zwölf Monaten ein höheres Investitionsvolumen als in den vergangenen zwölf Monaten – das zeigte eine Umfrage von Business Upper Austria unter 180 Unternehmen im April/Mai 2021. Eine deutliche Rückmeldung der Unternehmen war auch, dass qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die größte Herausforderung bei der Umsetzung der Investition sind. „Heuer wird in Oberösterreich im Rahmend des ‚Paktes für Arbeit & Qualifizierung‘ die Rekordsumme von 342 Mio. Euro in Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen investiert, von denen mehr als 100.000 Landsleute profitieren. Aus- und Weiterbildung ist der zentrale Hebel, um möglichst viele Menschen in Beschäftigung zu bringen und qualifizierte Fachkräfte am Standort zu haben“, erklärt Landeshauptmann Stelzer.

Dr. Johann KALLIAUER, Präsident Arbeitskammer OÖ: Menschen und ihre Fähigkeiten im Mittelpunkt
Der Vorschlag der Arbeiterkammer Oberösterreich zur Gründung einer Standortagentur war mit einem starken Gemeinschaftsgedanken verbunden: Es soll ein Projekt aller beteiligten Partnerorganisationen mit dem Land Oberösterreich sein. Mit der Bereitschaft, alle ins Boot zu holen, sollen sämtliche gesellschaftliche Gruppen eingebunden werden. „Wie in der Vergangenheit, so halten wir es auch heutzutage für eine gute Weiterentwicklung des Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensraumes Oberösterreich für unerlässlich, die Menschen und ihre Fähigkeiten in den Mittelpunkt zu rücken“, betont Dr. Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat mit ihrer Expertise wesentlich zur Gründung und Weiterentwicklung der Standortagentur beigetragen. Dabei war klar, dass Oberösterreich eine starke Gesellschaft braucht, die Betrieben dabei hilft, sich in unserem Bundesland gut zu entwickeln bzw. neu anzusiedeln. Es sollen besonders jene Unternehmen und Innovationen Unterstützung erhalten, die Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen schaffen. Die langjährige Erfahrung zeigt, dass nur motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter andauernden Erfolg bringen.

Klimaschutz als Chance für Oberösterreich
Die EU hat bis 2030 dringend notwendige Ziele für eine deutliche Reduktion der Treibhausgase festgelegt. Dafür steht ein Budget von mehr als 1.000 Milliarden Euro zur Verfügung. Hier gibt es auch für Oberösterreich viele Chancen und finanzielle Möglichkeiten, die es mit den richtigen Projekten und Initiativen aufzugreifen gilt.

Um die Chancen, die der „Green Deal“ als Investitionsprogramm der EU zum Klimaschutz bietet, für Oberösterreich zu nutzen, ist der Forschungs- und Erfindergeist der Arbeitnehmer/innen gefragt. Denn die oberösterreichischen Beschäftigten sind überaus innovativ und erfinderisch – sei es direkt bei der Arbeit, wo viele Beschäftigte mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen aus dem täglichen Arbeitsprozess neue Ideen entwickeln, im Hochschulsektor oder in den Forschungsabteilungen der Betriebe. Im Jahr 2020 wurden beim Österreichischen Patentamt rund 2.700 Erfindungen angemeldet, international kam Österreich im Vorjahr sogar auf mehr als 11.000 angemeldete Patente. Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich seit Jahren stets auf Platz 1.

Eine zentrale Herausforderung, die wir als Gesellschaft und besonders Oberösterreich als Industriebundesland zu bewältigen haben, ist ein erfolgreicher sozialer, ökologischer und digitaler Wandel der Gesellschaft. Oberösterreich hat hier mit den hervorragenden Kern- und Spezialkompetenzen der Beschäftigten und deren hoher Produktivität eine sehr günstige Ausgangssituation vorzuweisen. „Die Leistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind der Schlüsselfaktor für die gute wirtschaftliche Weiterentwicklung unseres Bundeslandes. Für diese Leistungen dürfen sie sich faire Entlohnung, ideale Arbeitsbedingungen und geeignete Rahmenbedingungen für die Aus- und Weiterbildung erwarten. Damit wird gewährleistet, dass die Fachkräfte lange und vor allem gesund im Arbeitsprozess bleiben und ihr Wissen sowie ihre Kompetenzen erweitern und in den Arbeitsprozess einbringen können“, so Kalliauer.

 

Bild (c) Land OÖ/Max Mayrhofer


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